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Vom Faustkeil zum Beichtzettel
Auch 2007 wieder ein Besucherrekord im Museum Adlhoch-Haus - Auch die Jugend kam

Für das Museum Adlhoch-Haus fiel die Besucherbilanz 2007, die vor kurzem von Museumsleiterin Monika Weigl dem Kulturausschuss des Marktes Altdorf vorgestellt wurde, wieder außerordentlich erfreulich aus, denn es konnte mit 5564 Besuchern ein Gesamtanstieg um 28 Prozent verzei~hnet werden.

Von FaustkeilDer Anstieg der Gesamtbesucherzahl von knapp einem Drittel wird noch von der um 45 Prozent gestiegenen Gruppenzahl übertroffen. Nimmt man dazu noch die museumsbezogenen, aber auswärts durchgeführten Veranstaltungen, die Vortragsreihe Historisches Forum oder Grabungen für Kinder, dann wird sogar die 6000er Grenze überschritten.

Wie Museumsleiterin Monika Weigl erläuterte, sind für den Anstieg die vielen Gruppen oder Schulklassen, die beispielsweise nachmittags oder in den Ferien Geschichte aktiv erleben wollen, verantwortlich. Schon im Februar werden die Sommerferientermine vergeben, denn nicht nur der Stadtjungendring München kommt mit bis zu fünf Bussen voll Stadtkinder nach Altdorf, für viele auswärtige Feriengruppen ist das ein besonderer Höhepunkt. Schulkindern aus ganz Niederbayern und darüber hinaus treten eine Reise in weit zurückliegende Zeiten an, beispielsweise ins alte Rom oder in die Steinzeit.

Die Mädchen und Buben und ihre Lehrerinnen und Lehrer sind ganz begeistert vom Aktivprogramm im Museum, dass sich viele nach einem Termin für eine Kleingruppe erkundigen und mit ihrem Verein oder ihren Geburtstagsgästen nochmal erscheinen. Das Aktivprogramm wird derart gut angenommen, dass von Mai bis September jeden Tag wenigstens eine Klasse oder Gruppe im Museum weilt, oft auch noch Nachmittagstermine vergeben werden, um dem Ansturm gerecht zu werden. Geschichtliche Angebote erzielen so einen Grossteil der Besucherzahlen im Museum.

Auch in Fachkreisen ist das Museum, besser gesagt in die archäologische Abteilung bekannt, jedes Jahr finden viele namhafte Archäologen den Weg nach Altdorf, um dort die besonderen Exponate zu sehen. Für die bayrischen ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Archäologie finden immer wieder gut besuchte Treffen und Fortbildungsveranstal tungen statt.

Seit Frühjahr 2007 ist das Museum generell an Donnerstagnachmittagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Dies wird von vielen Spaziergängern und Radfahrern speziell aus Landshut geschätzt, besonders wenn im vierwöchigen Turnus Themenführungen zu kulturhistorischen oder geschichtlichen Ausstellungsobjekten angeboten werden.

Immer mehr Beachtung erfahren auch die Seniorenprogramme, die momentan zweimal im Monat stattfinden. Dass diese Treffen nicht nur gemütliche Abendunterhaltungen bieten, zeigen die daraus entstandenen Dokumentationen über alte Altdorfer Kochrezepte, in Vers form aufgeschriebene Dorfgeschichte oder Details zum Brauchtum im früheren Dorf Altdorf. Was damals vor 60 Jahren für alle üblich und gültig war, beispielsweise die Fastenzeit streng einzuhalten und vor den Feiertagen zum Beichten zu gehen um einen Beichtzettel vom Pfarrer zu erhalten, ist heute nur noch den wenigsten jüngeren Leuten bekannt.

In der ersten Adventwoche kamen in nur sechs Tagen über 600 Besucher zur vorweihnachtlichen Ausstellung im Stadel mit einer "lebenden Krippe", also echten Menschen und Tieren, sowie vielen Krippen aus Altdorfer Privathäusern.

Gut besucht sind auch die Ausstellungen an den letzten Sonntagen im Monat von April bis Oktober, an denen der Heimat- und Museumsverein Altdorf e.V. wechselnde Soriderausstellungen zeigt oder Brauchtumsveranstaltungen organisiert. Im vergangen Jahr gab es eine Ausstellung über Schnupf tabaksdosen, eine Dokumentation über die Mühlen und das Müllerhandwerk früherer Zeiten oder z.B. eine Vorführung "Dreschen mit einer alten Dreschmaschine". Beim Jährlichen Weinfest, das auf die Bedeutung des Weinanbaues in Altdorf vor 400 Jahren verweist, ist das Adlhoch-Haus immer bis auf den letzten Platz besetzt
LZ v. 02.02.2008