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Besuch in der Vergangenheit
Das Adlhoch-Haus in der Marktgemeinde Altdorf läd zum aktiven Erleben ein

In der Marktgemeinde Altdorf befindet sich ein Kleinod bayerischer Kultur - das Heimatmuseum Adlhoch-Haus. Seit 1996 machen archäologische und heimatkundliche Sammlungen sowie Sonderausstellungen Besucher mit der Geschichte der Region bekannt. Dabei steht das aktive Erleben im Vordergrund.

Vergangenheit 1Zwischen April und Oktober herrscht fast täglich lebhaftes Treiben im Adlhoch-Haus, einem beliebten Ausflugsziel unter anderem für Schulklassen. Im Altdorfer Museum wird Geschichte nicht einfach präsentiert, hier wird vielmehr erklärt, gezeigt und natürlich selbst Hand angelegt. "Wir führen unsere Besucher zurück in die Vergangenheit", erklärt Museumsleiterin Monika WeigL Im Keller des Bauernhauses sind jahrtausendealte archäologische Funde aus dem Gemeindegebiet ausgestellt, während der Schwerpunkt im Erdgeschoss auf der Landwirtschaft liegt. Im Obergeschoß gibt es alte Haushaltsgeräte, Bauernmöbel und den nachgestellten Arbeitsplatz einer Störnäherin zu bestaunen. Bei themenspezifischen Programmen schlüpfen die Gäste in Steinzeitgewänder, backen Brotfladen, weben Stoffe, formen Ton und stellen Muschelschmuck, Pfeile und Knochennadeln her.

Bei der Aktion "Römer erleben" stellen die Besucher Moretum, einen Käseaufstrich aus der römischen Küche, und Mosaike her. Sie lernen das Schreiben auf Wachstafeln und basteln Perlenschmuck. "Dabei legen wir Wert auf originalgetreue Materialien", ergänzt die Fachfrau. Es werden keine Utensilien verwendet, die es zur damaligen Zeit nicht gab. Auch das Gebäude an sich wurde fast originalgetreu restauriert.

Vergangenheit 2Das Gelände des heutigen Adlhoch-Hauses wurde 1464 erstmals urkundlich erwähnt, 1550 wurde das Gebäude errichtet. 1989 erwarb die Marktgemeiride Altdorf das Bauernhaus samt Grundstück. Zu Ehren der letzten Besitzer nannte man es Adlhoch-Haus. Vor Museumseröffnung 1996 wurde das Haus aufwendig renoviert. "Dabei fanden wir alte Geldmünzen, Zähne und Knochen, die sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hatten", sagt Monika Weigl. Hinter dem Haus wurde ein Bauerngarten angelegt, in welchem Gewürze und Urgetreide angebaut werden.

Regelmäßig finden im Museum Sonderausstellungen statt. Im vergangenen Jahr gab es unter anderem Ausstellungen zum Beruf des Müllers und des Baders, ein traditionelles Weinfest und eine Krippenimsstellung zur Weihnachtszeit. Für Erwachsene werden Einführungen in die bayerische Küche und Erzählabende angeboten. "Für diese Abende stehen uns verschiedene Heimatdichter zur Verfügung, die Besucher in das Alltagsleben der Vergangenheit einführen", schildert Monika Weigl. Die Themenschwerpunkte werden jahreszeitlich orientiert. Besonders beliebt seien jedoch Geisterstunden im Museum. Dabei lesen' sich Sechs- bis Zehnjährige in passender Umgebung gegenseitig kindgerechte Geistergeschichten vor. Zusätzlich wird ein "Geist" bestellt, der auf Holzschuhen durch das obere Stockwerk wandelt. "Immer wieder ein tolles Erlebnis", sagt Monika Weigl.

Die Veranstaltungen des Museums sind oft schon Wochen im Voraus ausgebucht. Führungen gibt es nur nach vorheriger Absprache mit der Museumsleiterin. "Einerseits liegt das an den beschränkten Räumlichkeiten, andererseits fehlt uns das Personal", erklärt die Fachfrau. Grundsätzlich können jedoch Aktionen für Kindergeburtstage oder Kleingruppen bis 15 Personen gebucht werden. Mit Führung und museumspädagogischem Programm sollten Besucher zwischen zwei und vier Stunden einplanen. Wer ohne Programm einfach einen Blick in die Vergangenheit werfen möchte, kann das Museum jeden Donnerstag zwischen 14 und 17 Uhr für einen Euro Eintritt besuchen. Zusätzlich öffnet der Heimat- und Museumsverein Altdorf e.V. die Pforten des Adlhoch-Hauses an einem Sonntag im Monat. "Der Bedarf ist riesig", weiß Monika Weigl. Allein im letzten Jahr besuchten mehr als 6000 Menschen das Adlhoch-Haus. Zukünftig sollen die Programme weiter ausgebaut werden. "Geschichte riechen, schmecken und tasten - aktives Erleben steht bei uns im Mittelpunkt", erklärt die passionierte Museumsleiterin.
LZ v. 18.07.2008