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Bauen im Wandel der Zeit beim Museum
Internationaler Museumstag lockte viele Besucher in das "Adlhoch"-Haus

Auch das Altdorfer Heimatmuseum hatte am "Internationalen Museumstag" seine Pforten geöffnet. Unter dem Schwerpunktthema "Bauen im Wandel der Zeit Vom Bauernhaus zum Museum" skizzierten der Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins, Hans Seidl, sowie Ingenieur Rupert Wimmer die wechselvolle Geschichte dieses schmucken Kleinods. Dieser teilunterkellerte Blockbau wurde im 16. Jahrhundert errichtet und gehört heute zu den am besten erforschten Gebäuden im Landshuter Raum.

Bauen im WandelDurch seine Anwesenheit untermauerte Bürgermeister Franz Kainz den Stellenwert des Heimatmuseums. "Für den Markt Altdorf ist die Arbeit des Vereins unverzichtbar", betonte der Gemeindechef. Er lobte hier, stellvertretend für alle Engagierten, namentlich Museumsleiterin Monika Weigl, die einstige Vorsitzende Ida Forster und den jetzigen Vereinsvorsitzenden Hans Seidl. Dieser hatte zuvor bereits den herausragenden Einsatz von Bürgermeister a. D. Josef Sehofer für das Museum herausgestellt.

Die Entstehung und den wiedeholten Umbau des "Adlhoch"-Hauses erläuterte Ingenieur Rupert Wimmer, der auch maßgeblich an der Vermessung dieses Gebäudes mitgewirkt hat. Nach seiner Schilderung lässt die dendro-chronologische Untersuchung vorhandener Holzbalken auf eine Errichtung des Gebäudes um das Jahr 1547 schließen. Gerade Professor Otto Bauer, der seit fast vier Jahrzehnten dieses Gebäude im Blick hatte, hat hierzu vieles dokumentiert.

Die Geschichte des "Oswald Gütl" reicht aber, so Hans Seidl, über dieses dendro- chronologische Errichtungsdatum hinaus. Einen ersten Hinweis bietet das Steuerbuch des Gerichts Rottenburg aus dem Jahr 1464. Der bis ins 17. Jahrhundert hinein nachgewiesene Hofname "Neumaier vorm Holz" weist auf eine Ansiedlung mit der Flurbezeichnung, die schon im 15. Jahrhundert entstanden sein dürfte, hin.

Diese 1/8-Hofstelle hatte 1539 einen für damalige Verhältnisse überraschend hohen Viehbestand mit zwei Rössern, vier Kühen und zwei Jungrindern, berichtete weiter Hans Seidl. Nach seinen Angaben kamen im Laufe der Zeit weitere Ländereien dazu. Recht ausgeprägt war damals auch der Weinbau, wie den aus dem Jahr 1630 vorliegenden Aufzeichnungen zu entnehmen ist. D mna h wurden damals 180 Hektoliter Wein erzeugt.

Vor recht interessanten Erkenntnissen, die bei der Untersuchung des Gebäudes gewonnen worden sind, sprach Rupert Wimmer. Demnach lassen die starken Malerschichten auf die Nutzung eines fast rund 300 Jahre unveränderten Hauptraumes schließen. Trotzdem wurde das "Adlhoch"-Anwesen immer wieder verändert. Ein auffallender Bestand des Kleinbauernhofes ist die ungewöhnliche Größe und Raumlichte des tonnengewölbten Kellers.

Durch die archäologische Ausstellung, die sich im Keller befindet, führte Linseis. Dort sind, wie sich die Besucher überzeugen konnten, Exponate aus sieben Jahrtausenden aufbewahrt. Im Dachgeschoss konnten auch regionale Festtagskleider aus dem 19. Jahrhundert, die durch Ida Forster und Ludwig Abstreitel' zur Verfügung gestellt worden sind, besichtigt werden. Gerade diese Festtagskleider bestätigen eine, wie es Hans Seidl ausdrückte, für die damalige Zeit vergleichsweise hohe Wohlhabenheit großer Bauernhöfe.

 

Beim Internationalen Museumstag führten Hans Seidl und Rupert Wimmer in Anwesenheit von Bürgermeister Franz Kainz durch das "Adlhoch"-Haus.