Altdorf

© 2004/12
erstellt durch Ja-DV

"Altdorf erlebte. einen beispiellosen Wandel"
Mit alten Bildern die Jahresversammlung des Heimat- und Museumsvereins bereichert

Mit Lichtbildern aus einer Zeit, an die sich nur mehr ältere Altdorfer erinnern können, sorgten Ernst und Richard Gruß bei der Jahresversammlung des Heimat- und Museumsvereins für einen vollen "Frauenbauer"-Saal. Die 40 Jahre alten Aufnahmen, ergänzt um noch ältere Bilder, gaben einen Einblick in das einstige Dorf mit seinen Bauwerken, Bauern, Handwerkern und unverkennbaren Bürgern.

JHV04Erfreut zeigte sich Hans Seidl über den unerwartet guten Besuch dieser Jahresversammlun g. Der Vorsitzende betonte hierzu, dass sich der Verein dem Vermitteln der Heimatgeschichte verschrieben habe. Dazu trage auch der Lichtbildervortrag "Kennen Altdorfer Altdorf" bei, den Ernst und Richard Gruß inzwischen digitalisiert haben.

In ihrem Streifzug durch das frühe Altdorf schilderten Ernst und Richard Gruß auffällig Veränderungen in der Bebauung und im Baustil des Dorfes, das einst nur 400 Einwohner zählte. Die heutige Marktgemeinde habe, gestärkt durch den Zusammenschluss mit Eugenbach und Pfettrach, eine beispiellose Veränderung in nur einer Generation erfahren. Das damalige Landleben war geprägt von Bauern, Handwerkern, Gemeinschaft fördernden Vereinen und der katholischen Kirche.

Jedem Bürger waren damals die Ortschaft und der Jahreslauf vertraut. Das ehemalige Schulhaus neben der' St.-Nikola-Kirche, die "Hirschaurr"-Furt vor hundert Jahr n durch den Pfettrachbach und hie spätere Brücken, das einstige "Mosthäusl", sakrale Bauten, Ochsen und Pferdegespanne, viele Handwerker und originelle Bürger. So erinnerten sich viele Veranstaltungsbesucher, als die Bilder gezeigt wurden, an das einstige Altdorf.

Der zweite Teil diese mehrstündigen Jahresversammlung war von Rechenschaftsberichten und der Ausrichtung der Museumsarbeit geprägt. So ließ Vorsitzender Hans Seidl das abgelaufene Vereinsjahr 2011/12 des 172 'Mitglieder zählenden Heimat- und Museumsvereins gezielt Revue' passieren. Er listete hier Sonderausstellungen, ein demonstratives Brotbacken, das Ferienprogramm für Kinder sowie gesellige Veranstaltungen auf.

Der Kassenbericht von Helmut Stempfhuber anhand der Ausgabenpositionen bestätigte, dass der Verein seiner Verpflichtung für die Erforschung und Vermittlung der Heimatgeschichte stets nachkommt. Der Kassier, dem der Revisor Richard Gruß eine ordentliche Finanzbuchführung bescheinigte, konnte trotzdem einen Jahresüberschuss von 372 Euro vermelden.

In seinem Grußwort für die Marktgemeinde dankte. zweiter Bürgermeister Helmut Maier dem Heimat- und Museumsverein für seine Mithilfe, das "Adlhoch" -Haus ganzjährig mit Leben zu erfüllen. Nach seiner Mitteilung könne der Verein davon ausgehen, dass der Umbau dieses Hauses beim "ersten offenen Museums-Sonntag" am 29. April keine Behinderung sein wird. Ergänzend berichtete dazu die Museumsleiterin Monika Weigl von inzwischen. beseitigten Stolperstellen, zeitgemäßen Toiletten und Waschbecken für Kinder. Die "hohen Baukosten" für den durch die Denkmalschutz-Behörden geforderten Umbau des Museums rechtfertigte dritter Bürgermeister Georg Wild mit dem Hinweis, dass es sich bei dem "Adlhoch"-Haus nicht um ein Ausstellungsgebäude, sondern um ein gut frequentiertes Museum handelt. Auch Kreisrat Willi Gürtner verteidigte die "Steuergelder" für moderne Toiletten und barrierefreie Ebenen im Museum.

In seinem Ausblick über das heurige Jahresprogramm berichtete Hans Seidl, dass der erste "Museums-Sonntag" am 29. April mit dem "Küchl-Backen" begonnen wird. Ein~ Sonderausstellung über das Bäckerhandwerk, das einst in allen Gemeindeteilen vertreten war, wird vorbereitet. Weiter wird der Verein, so der Vorsitzende, auch sein übliches Jahresprogramm abwickeln. In der regen Diskussion wurde das Aussehen des Anbaus angesprochen. Dessen neue Verbretterung soll man, so Monika Weigl, nicht kritisieren. "Dieses Bauwerk ist mit den Denkmalschutz-Behörden abgesprochen und wird in einigen Jahren ebenfalls ein verwittertes Aussehen haben." Auf die Landshuter archäologische Ausstellung Bezug nehmend, bedankte sich die Museumsleiterin für die unerwartete Werbung für die Museen im Landkreis Landshut, die oft ältere geschichtsträchtige Exponate hätten.