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Beruf des Schmieds im Wandel
Am Sonntag zum letzten Mal SchmiedeaussteJlung im Adlhoch-Haus

Beim letzten Museumstag im Adlhoch-Haus konnte Vorsitzender Hans Seidl neben Bürgermeister Franz Kainz, zahlreichen Gemeinderäten und Besuchern auch Museumsleiterin Monika Weigl begrüßen. Herrliche alte Bilder von Ernst Gruß dokumentierten die vier Schmiedestellen, wozu der Heimatbuchautor Erläuterungen, besonders zur Schmiede in Eugenbach, gab. Willi Gürtner informierte über seine ehemalige Schmiede in Altdorf, und ein Höhepunkt war die Vorführung des Beschlagens von zwei Haflingern durch den mobilen Hufschmied Christian Prieler mit seinen bei den Brüdern aus Kirchberg.

SchmiedeausstellungJosef Geltl aus Engelsdorf, der mit alten Gerätschaften die Ausstellung bereicherte, wusste zu berichten, dass der Schmied früher einer der wichtigsten Berufe in einem Dorf war. Er verstand es, mit Eisen umzugehen und daraus viele wichtige Dinge des Alltags herzustellen. "In der Dorfschmiede wurde alles für den täglichen Gebrauch hergestellt, was aus Eisen war", führte Geltl aus.

Für die Bauern sei der Schmied von größter Bedeutung gewesen. Er stellte ihnen die Pflüge, Eggen, Walzen, Nägel, Ketten und viele Kleinwerkzeuge wie Schaufel, Spitzhacke, Hammer, Zangen und vieles mehr her. Auch beschlug er die vom Wagner hergestellten Wagen mit Eisen und zog auf die Wagenräder die Eisen auf.

Zudem sei er für den Beschlag der Pferde von äußerster Wichtigkeit gewesen. Sein Können war ausschlaggebend, wie gut ein Pferd arbeiten konnte, so Geltl. Er konnte so manche Stellungsfehler der Beine durch verschieden geformte Eisen ausgleichen. Der Beruf des Hufschmiedes hat jedoch aufgrund der vielen Sport- und Freizeitpferde nicht an Bedeutung verloren, betonte Geltl. Während früher der Bauer mit seinem Pferd in die Dorfschmiede zum Beschlagen kam, würde der moderne Hufschmied mit seiner mobilen Schmiede zu den Pferdebesitzern an den Stall fahren. Somit sei der uralte Beruf des Schmiedes im Gegensatz zu manch anderen bereits ausgestorbenen Berufen einer, der durch die moderne Pferdehaltung sein Überleben sichern konnte.

Interessant waren auch die historischen Fakten, über die Hans Seidl unterstützt durch Monika Weigl, berichtete. So dokumentierte er unter anderem über- eine Streitsache der Altdorfer Schmiede aus dem 17. Jahrhundert um Erhöhung der Getreidedienstabgaben an den Schmied, die Schmiedehaftungsordnung von Altdorf von 1568 und die Besitzerfolgen.

Nun ist die Ausstellung im Heimatmuseum nochmals am Sonntag von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Neben großformatigen Bildern und Beschreibungen der Schmieden aus den drei Ortsteilen Altdorf, Eugenbach und Pfettrach können zusätzlich alte bäuerliche Gerätschaften besichtigt werden.

Hier finden Sie weitere Bilder:

Schmieden 2008