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“60 Jahre Kriegsende in Altdorf” - Zeitzeugen berichten

Kriegsende 1Anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren gedenkt der Heimat- und Museumsverein am Sonntag von 14 bis 17 Uhr mit einer Sonderausstellung ,,60 Jahre Kriegsende in Altdorf" im Heimatmuseum "Adlhoch-Haus" der schrecklichen Ereignisse in Altdorf, Ganslberg und Löschenbrand im April 1945.
Hintergrund der Ausstellung sind die Geschehnisse in der Nacht vom 26. bis 27. April 1945, als 50 KZHäftlinge aus Flossenbürg in Altdorf ermordet wurden, sowie der Tod zweier 17 Jahre alter Soldaten bei Kampfhandlungen am 29. April 1945 bei Ganslberg und eines dort beheimateten Zivilisten. Bei einem Tieffliegerangriff auf einen überfüllten Zug am 16. April 1945 kamen in Altdorf-Löschenbrand auch Frauen ums Leben.
Über all diese Geschehnisse wird in der Ausstellung mit Bildern, Schriftstücken und persönlichen Schilderungen berichtet. Ausgelegt werden Kopien des Sterbebuches von Gemeinde und Pfarrei, in dem die Toten verzeichnet sind. Grossformatige Bilder aus dem Archiv des Altdorfer Heimatforschers Ernst Gruß zeigen die Zerstörungen des Landshuter Bahnhofs und von Gehöften in Löschenbrand durch den amerikanischen Fliegerangriff.
Kriegsende 2Auf Luftaufnahmen sind die so genannten "Totenwege", auf denen die Gefallenen aus Löschenbrand zur Frauenkirche gebracht wurden und der "Losengraben" (Schweinegraben) zur Ziegelei, die alle nicht mehr vorhanden sind, noch deutlich zu sehen.
Die Zeitzeugin Maria Franz aus Ganslberg, deren Großvater bei den letzten Kriegshandlungen in Altdorf noch verwundet wurde und dann starb, wird aus ihrem Buch "Erinnerungen" vorlesen und mit eigenen Worten die Geschehnisse dieser Tage im April 1945 schildern. Aufgezeigt wird auch das Vertriebenenschicksal der Familie von Ernst Gruß aus Schlesien vom 20. Januar bis zur Ankunft in Landshut am 13. März 1945. Anhand einer eineinhalb Meter langen Karte kann der Fluchtweg nachverfolgt werden, den die Menschen aus dem schlesischen Dorf mit ihren Pferde- und Ochsengespannen zurückgelegt haben. Ausgelegt ist auch das von Ernst Gruß verfasste Büchlein über die Flucht, das bei Interesse ausgeliehen werden kann. Aber auch alle anderen Räume und Abteilungen des Heimatmuseums sind offen und können besichtigt werden.