Altdorf

© 2004
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Zum Abschluss der diesj├Ąhrigen Museumssaison waren noch einmal zahlreiche Besucher ins Adlhoch-Haus gekommen. Und es wurde ihnen allerhand geboten. Vom Volkstanz ├╝ber das Bader-Wesen mit historischen Ausstellungsst├╝cken bis zu den j├╝ngsten Ausgrabungsfunden in der Arch├Ąologieabeilung war f├╝r jeden etwas geboten und zu sehen. 

Anton Paukner, zweiter Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins, der selbst bei der Volkstanzgruppe mittanzte, begr├╝├čte die Besucherinnen und Besucher des letzten offenen Museumssonntags in diesem Jahr, unter ihnen auch B├╝rgermeister Josef Sehofer. Das Marktgemeindeoberhaupt wies darauf hin, wie wichtig es sei, dass nicht nur das Geschichtsbewusstsein, sondern auch das Brauchtum der Musik und des Tanzens erhalten werden. Er sprach dem Heimat- und Museumsverein seinen Dank aus, dass dieser das ganze Jahr ├╝ber das Heimatmuseum mit Leben erf├╝lle und dass auch dieses Brauchtum im Museum gezeigt werde. 

In der Mitte der Tenne war ein ÔÇ× KornmandlÔÇť (eine Korngarbe, umgeben von solchen aus Hafer, Weizen und Gerste) aufgestellt und unter der Decke hing eine Erntekrone. Die sechs Paare der Altdorfer Volkstanzgruppe unter der Leitung von Paul Karg erhielten bei ihren Erntedankt├Ąnzen rund um das Kornmandl viel Applaus, ob beim Salzburger Dreher, der Stern-, J├Ąger-, Krebs- oder Kreuzpolka, dem Siebenschritt oder dem D├Ątscher.

 

 Auch die Ausstellung ├╝ber das fr├╝here Bader-Wesen in den drei Altdorfer Ortsteilen fand noch einmal regen Zuspruch. Josef Maier, Beiratsmitglied beim Heimat- und Museumsverein, erl├Ąuterte allen Interessierten die Friseurst├╝hle und andere Friseur-Utensilien aus den 50er-Jahren ebenso wie mit einer Zange ohne Bet├Ąubung gezogene Z├Ąhne, beim Bader verwendete Holzbadewannen sowie die Darstellungen dazu auf den Bildtafeln.

 Museumsbetreuerin Monika Weigl hatte in der Arch├Ąologieabteilung die Fotos der Freilegung des vor wenigen Tagen bei Grabungen gefundenen Skeletts ausgestellt. Auch hier sp├╝rte man das gro├če Interesse in der Bev├Âlkerung ├╝ber diesen sensationellen Fund. So waren an diesem Sonntag zwei Arch├Ąologen aus Mainz angereist, um sich ├╝ber die bisherigen und die neuesten Grabungsfunde zu informieren.

 Gekommen war auch das schon 30 Jahre in Deutschland lebende indische Ehepaar Dilipkumar und Punita Varam. Der Ingenieur und seine Frau, beide ausgewiesene Kenner der Geschichte und Kultur ihres Landes, berichteten von Bestattungsriten in Indien. Sie hatten Vergleiche dieser Riten in Indien und Mitteleuropa angestellt und dabei stellte sich heraus, dass es offensichtlich Gemeinsamkeiten gebe. Auch in Indien sind vor ├╝ber 4000 Jahren die Verstorbenen mit dem Kopf nach Osten, den F├╝├čen nach Westen und somit dem Blick nach S├╝den bestattet worden. Ebenso sind den Toten gleiche Grabbeigaben wie Feuersteinmesser und Keramikgef├Ą├če mitgegeben worden.

 Das indische Ehepaar schloss aus diesen Gemeinsamkeiten bei den Bestattungen, dass es schon damals Beziehungen zwischen den Kulturen gegeben habe. Das k├Ânnte durch Sippen, die ausgewandert sind, geschehen sein. Ferner gab es vor 4000 Jahren ein K├Ânigreich, das von Indien bis Belgien gereicht habe.