Altdorf

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Die gute alte Zeit wurde lebendig
Offener Museumstag im “adlhoch-Haus” zog viele Besucher an
Brotbacken Attraktion

Einen wahren Besucheransturm gab es beim ersten offenen Museumssonntag im Heimatmuseum"Adlhoch-Haus" an der Weinbergstraße. Die Verantwortlichen des I Heimat- und Museumsvereins hatten  zur Eröffnung ein breit gefächertes Programm vorbereitet, das vom Brotbacken im Steinbackofen, Vorführungen von alten Handwerkstechniken und einer Ausstellung von Fundstücken der jüngsten Grabungen in Altdorf reichte.

Brotbacken-kl02Dieses vielfältige Angebot lockte rund 150 Interessierte jeden Alters ins Heimatmuseum. Ida Forster, Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins, hatte mit ihren Helfern wieder alles perfekt vorbereitet und freute sich über den guten Besuch. So hatte zweiter Vorsitzender Anton Paukner bereits am Samstag den Steinbackofen auf dem Museumsgelände vorgeheizt, damit dieser die notwendige Hitze zum Backen der Sauerteigbrote erreichte.
Und am Sonntag konnten die Museumsbesucher Bäckermeister Günter Gühl zusehen, wie er mit geschickten Händen den Teig zu den Brotlaiben fo
rmte, die dann zum Backen in den aufgeheizten Ofen geschoben wurden. Mehrere Backgänge wurden an den beiden Tagen durchgeführt, kaum jemand, der an diesem Sonntag das Museum besuchte, ließ es sich nehmen, eine Scheibe des duftenden Brotes zu probieren, liebevoll von Anna Schmidt und Ludwig Abstreitet mit Bauernbutter bestrichen und frischem Schnittlauch bestreut.
Korbflechten-kl02In der Tenne waren Josef Eibl aus Ganslberg und Adam Schmidt aus Pfettrach den ganzen Nachmittag dicht umringt von Alt und Jung. Josef Eibl zeigte, wie früher Besen gemacht wurden. Um die dünnen, gebündelten Birkenzweige werden Weiden gebunden, was nicht nur Geschick, sondern ~ auch Kraft erfordert. Die fertigen. I Reisigbesen, ob große oder kleine für 'I Kinder, fanden immer noch ihre Abnehmer.
Etwas geruhsamer ging es bei Adam Schmidt zu, der zeigte, wie aus Weiden Körbe geflochten wurden. Früher sei das eine Winterarbeit gewesen, heute betreibe er das nur als Hobby, erzählte er, während der von ihm bearbeitete Korb Stück für Stück größer wurde. Die Körbe wurden früher zum Transportieren und Aufbewahren von Kartoffeln, Hopfen oder Mais verwendet, finden aber auch heute noch für verschiedenste Dinge Verwendung.
In der Archäologieabteilung des Heimatmuseums zeigte Museumsbetreuerin Monika Weigl zwei gerade restaurierte Fundstücke von den Grabungen im vergangenen Herbst, bei denen ein Grab eines Bestatteten aus der jungsteinzeitlichen Zeit von 2300 vor Christus gefunden wurde. Ein Keramikgefäß aus der so genannten Schnurkeramischen Kultur, das beim Fund zertrümmert war und nun wieder zusammengefügt wurde, sowie ein Feuersteindolch, auch Spandolch genannt, wurden in der Grabgrube ausgegraben und nun den Besuchern gezeigt. Monika Weigl, die selbst an den Grabungen beteiligt war, musste an diesem Nachmittag viele Fragen beantworten. Vor allem auch Kinder waren an den Funden, den geschichtlichen Zusammenhängen und den noch folgenden Grabungen sehr interessiert.