Dreschwagen war die Attraktion am Museumstag
Viele Zuschauer beim Dreschen wie in früheren Zeiten – „Lanz“ und „Eicher“ waren stets umlagert

In die 50er-Jahre versetzt sahen sich die Besucher des Museums- sonntags, den der Heimat- und Museumsverein wieder einmal ins Freie verlegt hatte. Auf dem großen Platz des ehemaligen Bahnhofsgeländes vor dem Heimatmuseum wurde mit einem Dreschwagen, der von zwei Lanz-Bulldogs angetrieben wurde, gedroschen wie in alten Zeiten. Auch eine alte Mähmaschine, ein Mähbinder, ein Leiterwagen und sogar ein Pferdegespann waren bei den Vorführungen im Einsatz.

Dreschvorfürhrung02Schon beim Einzug der inzwischen museumsreifen Bulldogs, Maschinen, Wagen und dem Pferdegespann mit ihren „Besatzungen“ klickten viele Fotoapparate. Zahlreiche historisch Interessierte waren zum Teil von weit her gekommen, um das Dreschen und alle anderen Vorführungen, wie sie noch in den 50er- und auch 60er-Jahren auf den Feldern gang und gäbe waren, mitzuerleben. Sie alle wurden von der Vorsitzenden des veranstaltenden Heimat- und Museumsvereins, Ida Forster, bei idealem „Dreschwetter“ willkommen geheißen.

Moderiert wurde die gesamte Veranstaltung von dem weithin von vielen Schweine- und Pferdeversteigerungen als „Fischer-Paule“ bekannten Paul Fischer aus Pfettrach, der mit viel Detailwissen und auch lustigen Anektoden die Zuschauer unterhielt. Unter den Anwesenden begrüßte er besonders Deutschlands ältesten Pferdezüchter und Pferdehalter, den 95-jährigen Simon Anglhuber aus Windham und dessen Bruder Georg Anglhuber aus Schachten. Die Organisation der Veranstaltung lag in den Händen von dem Pferdeexperten Josef Geltl aus Engelsdorf. Er war mit zwei Haflinger-Pferden gekommen, die zwischen dem Dreschen eine Mähmaschine und den Ableger vorführten. Viel bestaunt wurde auch der Eicher-Bulldog, Baujahr 1950, mit dem Konrad Prieler einen Mähbinder zog, der von Konrad Biberger bedient wurde.

DreschwagenDer Anziehungspunkt war natürlich der Dreschwagen, der noch bis 1966 im Einsatz war. Angetrieben wurde dieser mittels langer Riemen von zwei Lanz-Bulldogs, die von Sepp Strasser aus seinem Lanz-Museum in Gelbersdorf zur Verfügung gestellt wurden. Der Leiterwagen neben dem Dreschwagen war vollgeladen mit Garben, die von Ludwig Abstreiter junior in mühevoller Arbeit mit der Heugabel auf den Dreschwagen geworfen wurden, wo Hans Fischer und Konrad Prieler schon warteten, um den Dreschwagen damit zu „füttern“. Christine Linzmeier, Josef Maier und Michael Biebl hatten hinter dem Dreschwagen die anstrengende und staubige Arbeit, das gedroschene Stroh zu binden, während Ludwig Abstreiter das Getreide in die Säcke füllte.

Selbstverständlich gab es danach für alle Akteure eine zünftige Brotzeit in der Stube des Heimatmuseums, das an diesem Tag von den vielen Besuchern gleich mitbesichtigt wurde. Ida Forster vom Heimat- und Museumsverein und Organisator Sepp Geltl bedankten sich bei allen Mitwirkenden, denen die schweißtreibende Arbeit aber Freude gemacht hatte, wie man auch an ihren zufriedenen Gesichtern ablesen konnte.