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Saisoneröffnung lockte viele ins Museum
Einige Ausstellungsbereiche neu bestückt - Archäologie bleibt Attraktion

Der Auftakt für die Saisoneröffnung des Altdorfer Heimatmuseums hätte nicht besser sein können. Bei schon frühsommerlicher Witterung steuerten am Sonntagnachmittag viele an der Heimatgeschichte interessierte Besucher, oft mit dem Fahrrad, das "Adlhoch"-Haus an. Zweifelsohne hat dazu, wie Vereinsvorsitzender Hans Seidl betonte, auch die tags zuvor veröffentlichte LZ-Reportage über dieses Heimatmuseum beigetragen.

SaisoneröffnungEinige Bereiche des Museums sind für die heurige Öffnungssaison neu gestaltet worden. Mit einem "Schulraum" werden die Unterrichtsverhältniss e vor und nach dem Zweiten Weltkrieg demonstriert. Pulttische, ein Sägenmehlofen und ein schlichtes Schränkchen mit einer Waschschüssel sind die auffälligsten Ausstellungsgegenstände der damals ärmlichen Ausstattung der Klasszimmer.

Auf der Schultafel ist die deutsche Schrift zu finden. "Wir mussten diese Schreibweise damals noch gründlich lernen", gab die Ehrenvorsitzende Ida Forster zu verstehen. Auch die unglückselige Zeit des Dritten Reiches wurde angesprochen. Aus vielen Klasszimmern waren damals die Kruzifixe entfernt worden. Es gab aber auch mutige Pädagogen, die sich dieser Anordnung widersetzen, wussten einige Besucher zu berichten.

Ein Wohnzimmer aus den 20erund 30er-Jahren und ein damals zeitgemäßes Kinderzimmer sind weitere Ausstellungsstücke, die heuer erstmals gezeigt werden. Ein bestückter "Hausierer"-Koffer und eine "Störnäherei" rücken auch schnell in den Blickpunkt aufmerksamer Besucher.

Unbestritten birgt das Kellergeschoss, ein offenbar ehemaliger Weinkeller der damals nahen Burganlage, die bedeutendsten Ausstellungsexponate. Dort sind archäologische Fundstücke, zumeist in Vitrinen, aus acht Jahrtausenden zu bewundern. Auch Schautafeln gestatten einen Blick in die Heimatgeschichte. Heimatbuchautor Ernst Gruß, der ebenfalls zur Saisoneröffnung in das Museum gekommen war, will die von ihm gefertigten großformatigen Bilder ergänzen, weil - so seine Aussage - auch die Zeit nicht stehengeblieben ist.

Die nächste Museumsöffnung ist am 17. Mai beim "Internationalen Museumstag" . Mit einem Schaubacken im nahen freistehenden Backofen und frischer Landbutter wartet ein kulinarisches Begleitprogramm auf die Besucher, die an diesem Öffnungstag kein Eintrittsgeld entrichten müssen.
LZ v. 29.04.2009