Facharbeiten-Ausstellung im Heimatmuseum
Von Blockbau, Fehlbodenfüllungen und einer „Fahrt ins Blaue“

Bei einem Rundgang durch die Ausstellung von Schülern des Maristengymnasiums Furth im Altdorfer Heimatmuseum erläuterten diese einem staunenden Publikum anhand von Dokumenten an den Schautafeln und Exponaten in Schaukästen ihre Facharbeiten. Dabei konnte man sich überzeugen, mit welcher Akribie und Leidenschaft die angehenden Studenten ihrer Forschungen betrieben haben, dafür ungläubiges Staunen ernteten und dem anerkennenden Beifall der Zuhörer gewiss waren.

Fellboden„Ausgewählte Pflanzen im Garten des Altdorfer Heimatmuseums – ihre Verwendung und Präsentation“ war das Forschungsthema von Thomas Neuberger aus Moosburg. Dabei wurden von ihm Blumen und Kräuter von der Wiese, dem Eingangsbereich und der Trockenmauer im wahrsten Sinne des Wortes unter die Lupe genommen. Das Auswahlkriterium für seine Untersuchungen war vor allem die Naturbelassenheit der Pflanzen, und zwar die neben dem kultivierten Bauerngarten wild wachsenden Spitzwegerich, Löwenzahn, Weißklee, Nelkwurz oder Ackerwinde. Welche Säfte, Tees, Salate, Gewürze oder auch Kaffeeersatz man daraus herstellen kann, wurde von Thomas Neuberger selbst ausprobiert und die Zubereitungsmöglichkeiten zum Teil auch selbst entwickelt.

Ein umfangreiches und aufwändiges Thema hatte sich Sissi Brunner aus Bruckberg gewählt. „Lein – vom Saatkorn zum Textil“ umfasst eine große Spannweite, die von der engagierten Studentin ausführlich erarbeitet wurde, wie die Besucher ihren aussagekräftigen Erläuterungen entnehmen konnten. Vom Leinsamen über die Faserstängel führte die spätere Verarbeitung zu den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der ausgewachsenen Pflanze, von der übrigens alles verwertet werden kann, wie Sissi Brunner ausführlich erklärte. Sogar der Ausspruch „Fahrt ins Blaue“ kommt vom Leinsamen, weil dieser immer so blau geblüht hat, erfuhren die Zuhörer.

Mit einer der ältesten Bauformen überhaupt, dem Blockbau, beschäftigte sich Raffaela Uhlik aus Landshut. Der praktische Teil ihrer Facharbeit bestand darin, für eine 450 Jahre alte Holzwand im Obergeschoss des Adlhoch-Hauses einen Aufriss anzufertigen und diesen dann anschließend auszuwerten. Professor Otto Bauer und Vermessungsingenieur Rupert Wimmer, die das früher „Oswald-Gütl“ genannte Anwesen schon jahrelang erforschen, standen der jungen Studentin mit ihren Erfahrungen zur Seite. Diese Arbeit ermöglichte einen Einblick in längst vergangene Bautechniken. Die Zuhörer erfuhren viel über die Eigenschaften, das Fällen, das Vorbereiten und Verarbeiten des Holzes.

Die „Fehlboden-Untersuchung des Füllmaterials im Adlhoch-Haus“ nahm sich Christoph Raichl aus Altdorf für seine Facharbeit vor. Die dabei gefundenen unterschiedlichsten Dinge lagen fein säuberlich sortiert in einzelnen Gefäßen vor. Diese diffizile Arbeit brachte zutage, was die Häuslebauer vor Jahrhunderten zur Isolierung und Wärmedämmung verwendeten. Da finden sich neben pflanzlichem Füllmaterial auch verschiedene Getreidearten, Kleinteile von Hölzern, Frucht- und Samenkapseln und Blätter, aber auch tierische Funde wie der Unterkiefer einer Hausmaus. Aus dem gefundenen Füllmaterial lässt sich auch schließen, welche Getreidesorten in früheren Zeiten angebaut wurden und welches Kleinmaterial damals im und um das Bauernhaus angefallen sind, erläuterte Christoph Raichl abschließend.