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Leben auf dem Hof umfassend dargestellt
Sonderausstellung im Heimatmuseum - Hommerhof in Eugenbach dokumentiert

Jedes Jahr präsentiert Kreisarchivpfleger Hans Seidl im Heimatmuseum „Adlhoch-Haus“ eine groß angelegte Haus- und Hofgeschichte. Diesmal hatte er die Geschichte des über 700 Jahre alten Hommerhofs in Eugenbach erforscht. Der Heimat- und Museumsverein zeigte nun im Rahmen des offenen Museumssonntags die Sonderausstellung, die erwartungsgemäß bei den Eugenbacher Ortsteilbewohnern auf besonderes Interesse stiess.

Hommerhof 1-klIda Forster, die Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins, konnte zur Ausstellungseröffnung mit Maria Aiglstorfer die letzte Bewohnerin des Hommerhofs sowie Professor Otto Bauer begrüssen, der in Band 2 der Altdorfer Schriften die Bauweise des Hofes detailliert beschrieben hat. Sie lobte ferner die intensive, zeitaufwendige Forschungsarbeit von Hans Seidl, der auch dritter Vorsitzender des Vereins ist, und wünschte der Ausstellung einen guten Besuch.

Hans Seidl dankte besonders dem Altdorfer Heimatbuchautor Ernst Gruß für die Zurverfügungstellung der vielen Fotos, „die die doch trockene Materie bildlich auflockern“, wie er sagte. Sein Dank galt ebenso Professor Otto Bauer für die Forschungsarbeit über den Hommerhof und die Mitarbeit bei der Vorbereitung der Ausstellung.

Auch Bürgermeister Josef Sehofer, der ebenfalls die Ausstellung besuchte und sich über diese informierte, dankte dem engagierten Heimat- und Museumsverein und hier insbesondere dem Kreisarchivar Hans Seidl für das Engagement, die Geschichte der Heimat darzustellen und bewusstzumachen. „Hier wird Großartiges geleistet“, lobte der Marktgemeindechef. In diesem Zusammenhang verwies er auch darauf, dass gerade in der Marktgemeinde Altdorf das Geschichtsträchtige, angesichts der sich verändernden Bevölkerungsstruktur, für immer verloren gehen würde, wenn jetzt nicht vieles erforscht und dokumentiert werden würde. Die Marktgemeinde werde daher den Heimat- und Museumsverein weiter unterstützen und fördern, versprach der Bürgermeister.

Auf Schautafeln in der Tenne und im Obergeschoss angebrachte grossformatige Bilder des Heimatforschers Ernst Gruß zeigten neben den zahlreichen Dokumenten anschaulich das Leben auf dem Hof und die Veränderungen in den verschiedenen Zeitepochen. Die Bilder stammen aus der Tonbildreihe „Eugenbach früher und heute“ von Ernst Gruß und zeigen das grosse Bauernhaus im Sommer 1973, aber auch im Winter mit viel Schnee. Gleich zwei Schautafeln zeigen Bilder von einer Hausschlachtung aus dem Jahr 1976 auf der damals noch Homaierhof genannten Hofstelle.

Anhand von Urkunden, Grundbeschreibungen, Briefprotokollen, Steuerlisten, Bauplänen sowie Besitzerfolgen wird die 703-jährige Hofgeschichte dargestellt. Ausgestellt ist eine Kaufurkunde vom 11. Februar 1383 aus dem Stadtarchiv Landshut, in der der Verkauf des Hofes von Albrecht von Staudach an den Landshuter Bürger Heinrich Planck dokumentiert wird.

Auf weiteren Listen ist die Grundbeschreibung mit den zum Hofgut gehörenden Grundstücken, Äckern und Wäldern aus dem Jahre 1655 zu sehen. Aufgeführt sind nicht nur die Grösse und Gattung, auch der damalige Zustand der Besitzungen und Gebäude wird beschrieben. Ebenso wird der Viehbestand aufgelistet. Eine detaillierte Aufstellung von 1782 zeigt das gesamte Inventarium des Hommerhofes. Die Grundherrlichkeit, die Zehentherrlichkeit, die Bonitätsklassen und die Flurnamen der Gemarkung Eugenbach vervollständigen zusammen mit den Steuerbeschreibungen der Hofmark Eugenbach die Geschichte des Hommerhofs.

Neben Literatur über den Hof und den Ort Eugenbach sind auch die Werkzeuge des vorletzten Besitzers Johann Aiglstorfer, der Zimmerer von Beruf war, ausgestellt.

Die Ausstellung ist noch einmal am 29. Oktober von 14 bis 17 Uhr im Rahmen des in diesem Jahr letzten offenen Museumssonntag im Adlhoch-Haus zu sehen.