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Kräuter und Gesundheit
Was Menschen früher so alles sammelten

Für jedes Leiden hat die Natur ein Kräntlein parat, so eine alte Weisheit. Kräuter und Heilpflanzen waren das Hauptthema im Museum Adlhoch-Haus am letzten Sonntag.

Garten-kl1Gerhard Reiter, von Beruf Friseur, beschäftigt sich mit alten Heilmitteln. Er hatte Proben von allerlei Heilpflanzen, zum Beispiel getrockneten Beinwell, Johanniskraut, Holunder dabei und wies auf die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten hin. Diese Pflanzen werden schon seit Jahrtausenden von Menschen gesucht und verwendet. Johanniskrautöl war noch vor wenigen Jahrzehnten ein häufig selbst angesetztes Heilmittel, da Johanniskraut mit seinen grell gelb leuchtenden Blüten heute noch bei uns wild wächst. Dass man vom Holunder nicht nur schmackhafte Hollerkücherl machen kann, sondern dass dessen getrocknete Blüten auch einen fiebersenkenden Tee ergeben, ist vielfach nicht mehr bekannt. Stark im Kommen ist allerdings der Holundersekt, -sirup oder das Gelee.

Gesundes kam auch aus dem Backofen. Der gar nicht mehr so alltägliche Duft von frisch gebackenem Brot zog schon ab Mittag ums Haus. Nach einem Gang durchs Museum konnte man sich in der gemütlichen Stube ein würziges Schnittlauchbrot schmecken lassen. Denn auch Schnittlauch hat heilende Stoffe und regt die Magensäfte an. Und wer dann noch was für die Schönheit tun wollte, der suchte sich einen Edelstein, der zu seinem Sternzeichen passte, aus. Schon früher hängte man kleinen Kindern, die Probleme mit der Zahnung hatten, gelbe Bensteinketten um den Hals. Sie sollten die Zahnung erleichtern und vor den gefürchteten, oft tödlichen Fieberanfällen schützen. Und Perlen oder gar Ketten aus fliederfarbenem Amethyst oder durchsichtigem Bergkristall trugen schon Bajuwarinnen vor eineinhalbtausend Jahren, um die Gesundheit zu erhalten.

Peter Budnika, der inder Scheune des Museums eine Sammlung von Mineralien und Edelsteinen aufgebaut hatte, konnte im persönlichen Gespräch so manchen Tipp für die besondere Wirkung von Steinen geben. So war dieses Mal im Museumsangebot wieder für jeden was dabei, ob er sich für die Erhaltung der Gesundheit interessierte, die Schönheit erhalten wollte, oder einfach nur Hunger hatte.