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Attraktion des "Küchlbackens" lockte
Beim "offenen Museum" stand auch die Archäologie im Mittelpunkt

Die Attraktion "Küchl backen wie zu Großmutters Zeiten" lockte überraschend viele Besucher in das Heimatmuseum. Vorsitzender Hans Seidl zeigte sich erfreut, dass es mit diesem Angebot gelungen ist, das Interesse für das Heimatmuseum, für dessen Exponate und für einst bäuerliche Schmankerl zu wecken.

Küchl
Die Sonderschau des demonstrativen "Küchlbackens” fand viel Interesse. - Heimatbuchautor Ernst Gruß führt durch die archäologische "Schatztruhe" des Museumskellers.

In der "Wohnstube" mussten Rita Fuchs, Christa Paukner und Renate Hagl vom Partnerschaftsverein Altdorf, der diesmal gemeinsam mit dem Heimat- und Museumsverein diese Sonderschau des "Küchlbackens" demonstrierte, die Ärmel hochkrempeln. Das Ergebnis der schweißtreibenden Arbeit waren wohlschmeckende Küchln. Deren Herstellung ließen sich gerade die Besucherinnen oft erklären. Nach altbayerischen Rezepten bereiteten die fleißigen "Küchlbackerinnen" den Teig zu. Dinkelmehl, Hefe, Rosinen und Rum waren die Grundstoffe für die geformten Teiglinge, die dann in ungehärtetem Fett herausgebacken wurden. Dazu auch Rita Fuchs: "Wir verwenden, wie von Hildegard von Bingen immer wieder beschrieben, nur beste Qualität bei den Grundmaterialien. "

Die frisch gebackenen Küchl fanden auch einen regen Absatz bei den Besuchern, die diese altbayerischen Schmankerl vor Ort bei einer Tasse Kaffee, zubereitet durch Maria Franz, verspeisten oder verpackt mit nach Hause nahmen. Von den hierfür erhaltenen Spenden zugunsten der Vereinskasse übergaben Vorsitzender Hans Seidl und dessen Vertreter Anton Paukner spontan auch einen Teilbetrag an Rita Fuchs für eine kirchliche Hilfsaktion.

Parallel zu der Sonderschau des demonstrativen "Küchlbackens" führte Ernst Gruß die vielen Besucher auch durch die archäologische Ausstellung im Museumskeller. Der Heimatbuchautor skizzierte hier anhand ausgestellter Exponate die über 7000-jährige Geschichte des Altdorfer Siedlungsraums.

Bei Ausgrabungen in den vergangenen Jahrzehnten sind, so Ernst Gruß, viele Siedlungs spuren verschiedener Kulturepochen entdeckt, geborgen und dann konserviert worden. Damit wurde das bisherige Wissen über unsere Vorfahren und den zuvor hier ansässig gewesenen Sippen erweitert und verbessert.

Das Altdorfer Heimatmuseum ist und bleibt eine "Schatztruhe" der Archäologie. Diese Kernaussage von Heimatbuchautor: Ernst Gruß erkennt schon jeder Besucher beim Betreten des Gewölbekellers im "Adlhoch"-Haus, wie das Heimatmuseum auch genannt wird. Dort wurde mit Unterstützung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege auch eine einprägsame Schau aus vielen Ausgrabungsfunden aufgebaut.

Im Museumskeller wurde ein einzigartiges Bild des Lebens in 7000 Jahren Altdorfer Geschichte geschaffen. Ein Mosaik aus Funden, Karten, Fotos und Erläuterungen, die gleichwohl auch Platz lassen für die eine oder andere Phantasie und für die Gedanken an die Menschen, die hier gelebt, aber oft noch mehr gelitten haben.