Altdorf

© 2004
erstellt durch Ja-DV

Vor dem Heimatmuseum flogen die SpÀne
Das „Adlhoch-Haus“ öffnete am Sonntag den 25.04.2004 wieder seine Pforten
- Holz behauen wie frĂŒher -
 

Mit einem umfangreichen Programm in teils neu renovierten und neu eingerichteten RĂ€umen mit Ausstellungen ĂŒber die Haus- und Hofgeschichte des Adlhoch-Hauses und den Weinbau in Altdorf sowie mit Aktionen auf dem FreigelĂ€nde vor dem Heimatmuseum wurde vom Heimat- und Museumsverein die Museumssaison 2004 eröffnet. Über hundert Personen besuchten an diesem Tag das geschichtstrĂ€chtige GebĂ€ude und sahen dem Holzbehauen zu. 
Die Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins, Ida Forster, begrĂŒĂŸte zur Museumseröffnung BĂŒrgermeister Josef Sehofer und dritten BĂŒrgermeister Willi GĂŒrtner, mehrere GemeinderĂ€te, Hausforscher Professor Otto Bauer, Vermessungsingenieur Rupert Wimmer und die Kreisheimatpflegerin fĂŒr ArchĂ€ologie und Bodendenkmalpflege Monika Weigl. Ida Forster wies bei ihrer Eröffnungsrede darauf hin, was in den vergangenen Monaten alles im Museum getan wurde wie Renovierung, Vermessung und Neueinrichtung des Hauses und verwies auch auf die Holzbehauung auf dem FeigelĂ€nde.
BĂŒrgermeister Josef Sehofer brachte seine Freude darĂŒber zum Ausdruck, dass der rĂŒhrige Heimat- und Museumsverein wieder die Pforten fĂŒr eine neue Museumssaison öffne. „Wenn eine solche Kulturarbeit zumeist nicht mehr in der Verantwortung der jeweiligen Kommune steht, so hat Altdorf schon rechtzeitig diese Zusammenarbeit mit dem Heimat- und  Museumsverein gesucht. Diese Zusammenarbeit hat sich bewĂ€hrt“, sagte das Gemeindeoberhaupt.
Dem Verein wĂŒnschte er wieder eine erfolgreiche Saison beim Betreib des Altdorfer Heimatmuseums. Die kulturelle und geschichtstrĂ€chtige Vergangenheit mĂŒsse dem Menschen, insbesondere der Jugend, immer wieder nahe gebracht werden. Schließlich lebe eine Gemeinde, die heuer Markt werde, auch von ihrer Geschichte, sagte Josef Sehofer und schlug einen Bogen von der Erstbesiedlung im Altdorfer Raum zur Jetztzeit. Wenn immer wieder von einer zukĂŒnftigen Entvölkerung von Gegenden in Deutschland die Rede sei, so treffe das auf den hiesigen Raum nicht zu, sagte der BĂŒrgermeister stolz und wies darauf hin, dass die Menschen wieder zu geschichtstrĂ€chtigen Wurzeln zurĂŒckkehrten. Denn die Leute siedelten schon immer da , wo sie ein eintrĂ€gliches Aus- und Einkommen sahen. Das sei bei der Erstbesiedlung im Pfettrachtal schon so gewesen wie in der heutigen industrialisierten Zeitepoche im zukunftsfĂ€higen Raum Altdorf.
„Sonderausstellungen waren und sind eine Bereicherung fĂŒr das Museum, aber auch Anziehungspunkt fĂŒr die an Geschichte und Kultur interessierten Besucher“, fuhr der BĂŒrgermeister fort und ermunterte den Verein, weiterhin solche Sonderausstellungen im Museum zu integrieren. AusdrĂŒcklich versicherte Josef Sehofer, dass sich die Gemeinde auch zukĂŒnftig ihrer Verantwortung stelle und auch bei knapper Kasse in das Museum investiere.
Im teilweise neu eingerichteten Obergeschoss des Heimatmuseums war die jĂŒngste Neuerwerbung des Vereins, ein Kastenbett aus dem Jahre 1787, eine viel bestaunte Attraktion. Daneben befinden sich als Leihgabe zwei alte, mit Marienmotiven und Blumen bemalte BauernschrĂ€nke mit der Jahreszahl 1853 sowie in einer Vitrine ein handgeschriebenes Lexikon.
Neu ist auch eine umfangreiche Sonderausstellung ĂŒber den Weinbau in Altdorf, zusammengetragen von Hobbyarchivar Hans Seidl. Auf zahlreichen AushĂ€ngen sind die PlĂ€ne der frĂŒheren Weinberge in der Gemarkung Altdorf um 1810, die Weinbauern, die Besitzerfolgen der WeingĂ€rten, angefangen im Jahr 1524, und die Flurnamen mir Bezug auf WeingĂ€rten zu sehen. Das Ă€lteste ausgestellte Dokument stammt vom 4.Dezember 1487, in dem der Verkauf eines Ackers beurkundet wird, der am 12.August 1485 schon als Weingarten wieder verĂ€ußert wurde. Auf einer weiteren Liste sind der Weinzehnt und die ErtrĂ€ge aus zwei WeingĂ€rten in Altdorf und Reitberg im Zeitraum von 1630 bis 1680 verzeichnet. Auch ein Gerichtsakt ĂŒber einen strittigen Weg in den Weinberg des Zehentners von Altdorf von 1780 zeigt Hans Seidl, dem fĂŒr seine Forschungsarbeit und die Dokumentation so manches anerkennende Lob zuteil wurde.
Vor dem Heimatmuseum flogen den ganzen Nachmittag die SpĂ€ne. Die vier MĂ€nner des Heimat- und Museumsvereins Hermann Franz, Anton Paukner, Josef Maier und Max Brunnermeier demonstrierten den staunenden Zuschauern, wie ein fĂŒr den Hausbau vorgesehener Holzbalken frĂŒher behauen wurde, als es fĂŒr diese TĂ€tigkeit noch keine Maschinen gab. Der Balken wurde wie zu Urgroßvaters Zeiten mit dem so genannten Breithacker und der Bandhacke bearbeitet.

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Offener Sonntag 25.04.04


Am 16.Mai ist das Heimatmuseum zum „Tag des offenen Museums“ das nĂ€chste Mal geöffnet. An diesem Tag werden als Sonderattraktion FĂŒhrungen zum Thema Textilherstellung, bĂ€uerliche FĂ€rbepflanzen und Blaudruck sowie eine Demonstration von Blaudruck auf Textilien durchgefĂŒhrt.