© 2008
erstellt durch Ja-DV

Römerheiligtum und Kirchengeschichte
Tag des offenen Denkmals - Vortrag von Ernst Gruß

Zum Tag des offenen Denkmals unter dem Motto "Vergangen - aufgedeckt" sprach Ernst Gruß vom Heimat- und Museumsverein Altdorf über den Eugenbacher Kirchberg, von den Anfängen eines Römerheiligtums bis zur heutigen St. Georgskirche und ihren wertgeschätzten Pfarrer Johann Wagner, Geistlicher Rat und Dekan.

WagnerMit den Worten "Eine Volkssage erzählt, dass die Eugenbacher Kirche an der Stelle eines heidnischen Göttertempels errichtet wurde", begann Ernst Gruß seine Ausführungen. Diese Überlieferung führt in die Römerzeit, in der in Eugenbach auf dem Oberamerfeld im Jahre 1856 eine" Villa Rustica" entdeckt worden war. Zu diesem römischen Wirtschaftsgut hatte mit Sicherheit dieses Heiligtum,einer Gottheit gehört. Es ist durchaus möglich, dass die ersten Christen, die vereinzelt schon sehr früh hier nach Eugenbach kamen, das römische Heiligtum übernahmen und gleich den christlichen Glauben praktizierten. Das Georgs-Patrozinium ist sehr alt und kann sehr wohl mit der römischen Besiedlung in Verbindung stehen. Georgs-Kirche

Weiter ging der Redner auf die Christianisierung um das Jahr 700 sowie die Urpfarrei Eugenbach von 799 bis 1365 und den dazugehörigen Dörfern Münchenau, Altdorf, Pfettrach, Arth, Weihmichl, Furth, Beutelhausen sowie Unter- und Oberglaim ein. Im Jahre 1365 wurde der Pfarrsitz wegen der immer größer werdenden Wallfahrt zur Frauenkirche von Eugenbach nach Altdorf verlegt. Weiter sprach der Vortragende über die Vorgängerkirchen: der ersten Holzkirche um 759, dem Kirchenbau aus Isarkiesel aus dem 10. Jahrhundert sowie der romanischen Kirche um das Jahr 1200 auf diesem außergewöhnlich Eckhöhepunkt oberhalb der Isarebene.

Im zweiten Teil erfuhren die aufmerksamen Zuhörer über die Kirchenstreitigkeiten in der Zeit von 1645 bis 1772 zwischen den Eugenbachern und der Altdorfer Geistlichkeit, bei denen die Eugenbacher in vielerlei kirchlichen Angelegenheiten von Altdorf vernachlässigt wurden. Immer wieder baten die Eugenbacher in Regensburg um eine bessere kirchliche Regelung.

Sie führten die Zehenteinnahmen auf und wollten beweisen, dass ein eigener Pfarrer in Eugenbach bestehen könnte. Erst am 24. Juni 1921 kam dann die erlösende Nachricht. Die Pfarrei Eugenbach mit MÜllchnerau und Furth sowie die Kuratie Pfettrach mit Arth sind genehmigt. Kooperator Johann Wagner von der Pfarrei Altdorf wurde für Eugenbach und MÜllchnerau zum Pfarrer bestimmt. Mit großer Tatkraft und unermüdlichem Elan ging der junge Pfarrer an die Arbeit. Auch im Weltlichen und Gesellschaftlichen stand er nie zurück. Noch im seI ben Jahr erbauten ihm die Eugenbacher aus eigener Initiative das Pfarrhaus. Er war eine Priestergestalt, die nie vergaß: "Geschäftig sein ist gut, viel besser aber beten, noch besser stumm und still vor Gott den Herrn treten." Als Abschluss wurde in mehreren Gruppen der Eugenbacher Kirchturm bis zu den Glocken bestiegen.