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"Geschichte zum Anassen”
Adlhoch-Haus präsentierte sich als Museum auch am Tag des offenen Denkmals

"Geschichte zum Anfassen". Unter diesem bayernweiten Motto präsentierte sich auch das Altdorfer Museum "Adlhoch"-Haus am vergangenen Sonntag beim "Tag des offenen Denkmals 2010". Dabei fanden sich im einstigen Bauernhaus durchwegs an der Heimatgeschichte interessierte und oft sogar von weither angereiste Besucher ein. Auch die bei den Bürgermeister Franz Kainz. und Helmut Maier bekundeten mit ihrem Besuch ihre Verbundenheit mit dem Museum.

Tag des offenen Denkmals in Altdorf

 

 

Die archäologische Ausstellung im Gewölbekeller des Museums birgt, wie Vorsitzender Hans Seidl im Beisein der beiden Bürgermeister und weiterer Besucher feststellte, einzigartige Funde aus sieben Jahrtausenden.

 

 

 

Archäologische Funde aus einer siebentausendjährigen Besiedlung des Pfettrach- und Isar-Tals, Gebrauchs- und Handwerksgegenstände des 19. und 20. Jahrhunderts sowie das Gebäude selbst konnten besichtigt und bestaunt werden. "Als in Altdorf im Jahre 199.6 das Museum "Adlhoch"-Haus eröffnet wurde, ahnte niemand, dass dieses so viel Interesse in der Bevölkerung finden wird", erklärte Kreisarchivpfleger Hans Seidl, zugleich auch Vorsitzender des Altdorfer Heimatund Museumsvereins. Gerade im Gewölbekeller, ein ehemaliger Weinkeller, sind viele geschichtsträchtige Kostbarkeiten ausgestellt. Schautafeln über Siedlungsspuren ergänzen dort die bewegte Geschichte der Heimat.

Einstige Burg
Das "Adlhoch"-Haus am Fuße des "Oswald-Hügels", auf dem einst die Burg der "Altdorfer" throQnte, gehört heute zu den ältesten Bauernhäusern Niederbayerns. Deshalb ist auch die Haus- und Hofgeschichte; die sich urkundlich bis 1464 rückverfolgen lässt, recht aufschlussreich. Zu diesem "Oswald-Gütl" gehörten früher Wiesen, Felder und sogar Weinberge an der Südhangleite des Isar-Tals. Trotzdem war, wie sich aus alten Schriftstücken rekonstruieren lässt, das Leben dieser Gütl-Bewohner recht armselig und mit viel Arbeit verbunden gewesen.

Verdienste um Forschung
Das historische Gebäude zeigt, und das ist bei allen vergleichbaren Gebäuden so der Fall, nicht den Erstzustand, hat Professor atto Bauer festgestellt, der sich um die Erforschung dieses einstigen Bauernhauses verdient gemacht hat. Eine im Jahre 1997 durchgeführte Untersuchung an verzimmerten Hölzern bestätigte deren Fällungszeit um 1547. Charakteristisch für die damalige Zeit war, dass das Walmdach dieses Gebäudes mit Stroh gedeckt war.

Die Museumsleiterin Monika Weigl und der Heimat- und Museumsverein versuchen, dieses "Adlhoch"-Haus ganzjährig mit viel Leben zu erfüllen. "Nur so lässt sich die Heimatgeschichte in Erinnerung behalten und auch, an die Kinder und Enkelkinder weitergeben" , meint Vereinsvorsitzender Hans Seidl. Dass dies auch an diesem "Tag des offenen Denkmals" gut gelungen ist, dazu trugen auch die ehrenamtlichen Helfer Ida Forster, Maria Franz, Richard Gruß und Josef Maier bei. Bereits am kommenden Freitag ab 18 Uhr findet innerhalb der Museumsgemäuer wieder ein "Weinfest" statt, das alljährlich gut besucht ist. Auf diese Weise und dazu auch noch in geselliger Atmosphäre lässt sich die Heimatgeschichte auch auf eine andere Art an die Bürger vermitteln, zeigt sich Hans Seidl überzeugt.
LZ v. 15.09.2010