Altdorf

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Ackern und Pflügen wie zu alten Zeiten

Bei strahlendem Sonnenschein säumten zeitweise Hunderte von Zuschauern das große Feld am Ortsrand von Altdorf, auf dem das Pflügen, Eggen und Säen mit verschiedenen Pferdegespannen wie zu alten Zeiten vorgeführt wurde. Der Heimat- und Museumsverein hatte diesmal seinen Museumstag ins Freie verlegt - und die Veranstaltung wurde ein voller Erfolg.

Pflügen-kl02Es war schon ein beeindruckendes Bild, als der Haflinger-Viererzug von Hans Zierer und den Prieler-Brüdern mit dem Heuleiter-Wagen und Sepp Geltl mit seinem Haflinger-Gespann und einem alten Bruckwagen, sowie die von einem Rappen gezogene Kutsche von Hans Fischer vom Ziegeleigelände auf das Veranstaltungsgelände zogen. Und hier passierte auch das einzige Malheur des Nachmittags, als bei einem Wendemanöver die Deichsel des Bruckwagens brach, wobei das Haflingergespann von Sepp Geltl hier absolute Ruhe und Gelassenheit bewies.

Vereinsvorsitzende Ida Forster begrüßte Akteure und Zuschauer und bedankte sich bei Familie Peter Wadenspanner, die das Feld für die Vorführungen zur Verfügung gestellt hatten. Weiterhin dankte sie dem zweiten Vorsitzenden Anton Paukner, der im Vorfeld die logistische Organisation, inklusive der Anlieferung aller Geräte unter Mithilfe des gemeindlichen Bauhofes übernommen hatte. Josef Geltl aus Engelsdorf-Bruckberg, Mitorganisator dieser Veranstaltung begrüßte seitens der Gespannführer die Gäste und gab zu verstehen, man versuche mit derartigen Darbietungen alte Traditionen zu erhalten. Und so sah man ihn mit seinem Gespann beim Grubbern mit einem Kultivator und Walzen mit der Sternwalze. Weiter im Einsatz bei den Vorführungen waren Hans Zierer aus Eberstall, der mit einer Egge arbeitete. Johann Prieler aus Kirchberg-Hohenthann mit einem alten Fendt „Dieselross“ beim Ackern mit einem gezogenen Pflug und seine drei Söhne Christian, Hans und Konrad, alle im "Dauereinsatz" beim Pflügen und Säen. Hans Fischer aus Antloh-Bruckberg mit seinem Rappen, der eine moderne Einspänner-Sämaschine vorführte und zudem als „Bauer“ mit seiner Kutsche in Begleitung seiner charmanten Gattin Annerl auf dem Felde vorfuhr um die Pferdegespanne bei ihren Tätigkeiten zu „kontrollieren“.

Die Veranstaltung moderierte der deutschlandweit bei allen Rinder-, Schweine- und Pferdeversteigerungen als "Fischer-Paule" bekannte Auktionator Paul Fischer aus Pfettrach. Seine fachkundigen, aber auch humoristischen Kommentare brachten bei den Zuhörern so manches Schmunzeln hervor. Viele junge Familien waren begeistert von den Pferden und Vorführungen, die ja längst nicht mehr zu deren Alltag gehören. Die Veranstaltung war aber auch ein Treffen vieler älterer Landwirte, bei der viel gefachsimpelt und über vergangene Zeiten gesprochen wurde. So sagte beispielsweise ein betagter Zuschauer: "Ich möchte die Kilometer wissen, die ich schon hinter diesem Pflug hergelaufen bin."

Gekommen war auch Deutschlands ältester Pferdezüchter und Pferdehalter, der 93-jährige Simon Anglhuber aus Windham und Bruder Georg mit seiner Frau Mathilde Anglhuber aus Schachten. Beide haben eine Verbundenheit zu Pferden und zur Scholle, "die sehen das als eine Berufung", sagte Moderator Paul Fischer über die Anglhuber-Brüder und fuhr fort, früher hätten Pferde zu jedem größeren Bauernhof gehört, sie seien eine Art Lebensversicherung gewesen. Als die Traktoren auf den Höfen Einzug gehalten hätten, hätten die Pferde immer mehr an Bedeutung verloren und die heutigen Pferde seien diese Feldarbeit gar nicht mehr gewohnt, umso mehr sei die Vorführung und Arbeit der heutigen Gespannführer bei dieser Veranstaltung zu bewundern.

Bürgermeister Josef Sehofer, der sich auch zu den rund 700 Zuschauern gesellt hatte, zeigte sich erfreut, das die Arbeit von früher im Vergleich zu den heutigen computergesteuerten Traktoren den vielen Zuschauern vor Augen geführt werde und erwähnte, dass auch er früher als Bub schon mit der Landwirtschaft verbunden gewesen sei.

Viel Aufmerksamkeit erregte die Kutsche von Hans Fischer – eine Chaisse, auch „Doktorwagerl“ genannt, gezogen von seinem mächtigen Rappen. Das sei früher "der Mercedes der Bauern" gewesen, sagte Vereinsvorsitzende Ida Forster, die selbst vom Hofner-Bauern in Pfettrach abstammt und eine Ehrenrunde mit der Kutsche fahren durfte. Früher seien die Bauern damit zur Kirche, zur Stadt und zu Sonntagsausfahrten unterwegs gewesen.

Weiters waren noch einige alte Pflüge und Ackergeräte von Josef Geltl ausgestellt worden, damit sich die Zuschauer einen Einblick in die Arbeit der alten Zeit machen konnten.

Die Damen des Museumsvereins versorgten die Gäste mit Getränken an diesem wunderschönen sonnigen Tag – den man rundherum als gut gelungen bezeichnen durfte.

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Plügen-Eggen-Säen