Altdorf

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Kleine Kunstwerke ganz originalgetreu
Trachtenpuppen aus den Sudetenland wurden im Heimatmuseum “Adlhoch-Haus” gezeigt

Auf überaus grosse Resonanz stiess kürzlich die Sonderausstellung von Trachtenpuppen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten im Heimatmuseum "Adlhoch-Haus". An die 300 Besucher, 'davon viele von den landsmannschaftlichen Heimatgruppen, waren gekommen, um die von Gerda Graumann aus GerIinden bei Fürstenfeldbruck handgefertigten Puppen zu sehen.

Puppenausstellung 2-klOrganisiert wurde diese Ausstellung von der örtlichen Sudetendeutschen Landsmannschaft mit ihrem Vorsitzenden Peter Fuhrmann, zusammen mit dem Heimat- und Museumsverein und seinem zweiten Vorsitzenden Toni Paukner. Mit den Worten "Es ist es wert, diese Ausstellungsstücke anzuschauen", eröffnete zweiter Bürgermeister Franz Kainz die Ausstellung und sprach vor allem den Verantwortlichen des Heimatund Museumsvereins für dessen Initiativen seine Anerkennung aus und sagte, sonst wäre vieles an Kultur in Altdorf nicht möglich. Museumsvereinsvorsitzende Ida Forster begrüsste alle "Hauptakteure" , wie sie die Initiatoren und "Puppenmutter" Gerda Graumann nannte, und Wünschte viel Vergnügen beim Rundgang durch das Museum.

Der im Verlauf der Ausstellungszeit noch nachgekommene Bürgermeister Josef Sehofer sprach von beeindruckenden Exponaten. Er zeigte sich über die herausragende Arbeit der bis ins kleinste Details gefertigten Trachtenpuppen aus vielen Landschaften und Regionen des jetzigen und einstigen deutschen Sprachraums überrascht. "Mit dieser Ausstellung hat der Heimat- und Museumsverein Altdorf wieder ein grosses Interesse bei den Bürgern hervorgerufen", führte der Bürgermeister weiter aus. Er lobte deshalb dessen engagierte Vorstandschaft und den SL- Vorsitzenden Peter Fuhrmann, diese einzigartige Sammlung von Trachtenpuppen, hinter der ein beispielloses Lebenswerk stehe, nach Altdorf gebracht zu haben.

SL-Ortsvorsitzender Peter Fuhrmann freute sich über das Kommen der vielen Altdorfer und Landshuter von den verschiedenen Landsmannschaften und begrüsste vor allem Rosemarie Najdecki als Vertreterin der Landsmannschaft der Schlesier und den stellvertretenden Kreisobmann der Sudetendeutschen, Horst Osthoff. Er sprach seinen Dank an die Repräsentanten der Marktgemeinde und an Toni Paukner vom Heimat- und Museumsverein aus, die es ermöglichten, dass diese Ausstellung zustande kommen konnte. Gerda Graurnann habe spontan ihre Puppensammlung zur Verfügung gestellt, freute sich Peter Fuhrmann.

Puppenausstellung 1-klViel bewundert wurden die 60 Puppen mit ihren handgefertigten Trachten aus dem Sudetenland, aus Schlesien, Oberschlesien, Ost- und Westpreußen, Pommern, aus dem Banat und von den Donauschwaben. Bis ins kleinste Detail hat Gerda Graumann die kleinen Kunstwerke originalgetreu gefertigt und sich dafür vor jeder Neuanfertigung eines Einzelstücks oder Pärchens über Stoffe Muster, Farben, ja sogar der Herkunft und dem Umfeld, in dem die Trachten getragen werden, intensiv interessiert, wofür sie auch viele weite Reisen auf sich genommen hat Damit war garantiert, dass jedes Accessoire, ob Haube, Schuhe, ja sogar die Knöpfe an den Westen dem Original nachgemacht wurden.

Angefangen hat die Leidenschaf1 der heute 59-jährigen Gerda Graumann vor 25 Jahren mit der Fertigung einer Trachtenpuppe aus dem "Ascher Ländchen", ihrem eigenen Heimatkreis an der deutsch-tschechischen Grenze. Mit Begeisterung spricht die auch in der Sudetendeutsehen Landsmannschaft ehrenamtlich tätige Künstlerin über jede ihrer einzelnen Puppen, ob es das Roßburger Bauernpaar, die Ascher Bürgerkleidung um 1900, die Unterlander Tracht (Karlsbad) oder die "Evangelische Bambergerin" sind.

Den ganzen Nachmittag über waren die Trachtenpuppen auch aus dem Ermland, Samland, Riesengebirge, EIbetal, aus den Orten Freiwaldau, Römerstadt, Jägerndorf, Iglau und Eger oder die Frauentracht um 1940 der Banater Schwaben von den Besuchern umlagert, wurden viel bewundert und bei so manchem Sudetendeutschen wurden dabei erneut Erinnerungen an die alte Heimat wach.