Altdorf

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Mit viel Gedult zu grosser Kunst
Maria und Bartl Frey zeigten Herstellung von Wachsstöckeln

Im Rahmen des offenen Sonntags im Altdorfer Heimatmuseum "Adlhoch-Haus" wurde kürzlich die alte Kunst des Herstellens von Wachsstöckeln gezeigt. In mehreren Vitrinen konnten die Museumsbesucher zudem viele dieser kleinen Kunstwerke, sogar aus dem 18. Jahrhundert, bestaunen.

WachsstöckelMaria Frey aus Ergolding fertigt schon seit Jahrzehnten Wachsstöckel, Färbekerzen und Klosterarbeiten. Im Heimatmuseum zeigte sie den vielen interessierten Besuchern, die zum Teil sogar aus dem ganzen Landkreis gekommen waren, nicht nur ihre fertigen Werke, sondern demonstrierte, "assistiert" von ihrem Sohn Bartholomäus, den ganzen Nachmittag vor den Augen vieler Zuschauer die Anfertigung von Wachsstöckeln.

Gearbeitet werden die Wachsstöckel von Maria Frey auf Holzstöckchen oder mit Hohlraum, wobei viel Geduld und Fingerfertigkeit vonnöten sind. In dünnen Wachsschnüren werden diese im so genannten Wachsschnuraufbau kunstvoll um die Holzstöckchen gelegt. In die Mitte können Heiligenfiguren, Madonnen, Kreuze, aber auch anderweitige Wachs- und Zierbilder eingearbeitet werden. Das Ganze wird dann meistens noch mit kunstvollen Goldborten verziert.

Auch die Herstellung von Färbekerzen wurde von Maria Frey erklärt und gezeigt. In einen, Topf mit heißem Wasser wird die Farbe gegeben, die Kerze eingetaucht und so lange langsam gedreht, bis das gewünschte Farbmuster entstanden ist. Mit entsprechenden Goldverzierungen versehen entstehen auch. hier regelrechte Kunstwerke.

Im Obergeschoss des Heimatmuseums waren die Vitrinen mit alten Wachsstöckeln von staunenden Museumsbesuchern, dicht umlagert. Die von Ida Forster, der Vorsitzenden des Heimat- und Museumsvereins zur Verfügung gestellten Exponate waren zum Teil über 100 Jahre alt. So waren im Jahr 1899" und 1900 gefertigte, wundervoll mit Mariendarstellungen und Kruzifixen eingearbeitete Wachsstöckel zu sehen. Diese wurden früher gerne zu besonderen Anlässen wie Geburt, Heirat oder Erstkommunion verschenkt.